Großes Interesse an Neuer Mitte der Stadt Emmelshausen

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Stadtbürgermeisterin Andrea Mallmann heißt die Gäste willkommen.

 

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Bürgermeister Peter Unkel begrüßt die zahlreichen Gäste.

 

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VG-Bauamtsleiter Jürgen Schneider erläutert das Großprojekt.

 

Gut besuchte Info-Veranstaltung zur Entwicklung des Städtebaufördergebiets

 

Zahlreiche Mitbürgerinnen und Mitbürger nutzten die Gelegenheit, sich anlässlich des Tags der Städtebauförderung aus erster Hand über die Entwicklung im Stadtumbaugebiet „Mitte/Bahnhof“ zu informieren. Stadtbürgermeisterin Andrea Mallmann und Bürgermeister Peter Unkel begrüßten die Teilnehmer/innen und erläuterten den Werdegang und die besondere Bedeutung des Großprojekts für die Stadt und die Verbandsgemeinde insgesamt.

VG-Bauamtsleiter Jürgen Schneider skizzierte den Projektablauf, dass bislang Erreichte und die weiteren Zielsetzungen wie folgt:

 

 Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchten wir uns bedanken, dass Sie so zahlreich zum ersten bundesweiten Tag der Städtebauförderung erschienen sind und wir Gelegenheit haben, aus unserer Sicht zum Thema Städtebauförderung und Stadtumbau Mitte/ Bahnhof einige Gedanken und Anregungen einzubringen.

 

Bereits im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags am 13.04.2014 präsentierten wir der Bevölkerung das Stadtentwicklungskonzept. Das zeigt, dass die Verwaltung dem Thema „Bürgerbeteiligung“ einen hohen Stellenwert einräumt.

 

Ein neues Viertel entsteht derzeit in Emmelshausen. Die verkehrstechnischen Konturen sind bereits gut sichtbar. Das über Jahre angelegte Projekt im einstmals trostlosen Bahnhofsumfeld mit teils ungenutzten Immobilien nimmt deutlich Fahrt auf.

 

Für die Verwaltung bietet der Tag der Städtebauförderung eine gute Gelegenheit, sich mit den Bürgerinnen und Bürgern auszutauschen.

 

Wir wollen die heutige Veranstaltung dazu nutzen

  • Informationen einer breiten Öffentlichkeit zu geben
  • Auf Erfolge zurückblicken
  • Ideen und Anregungen sammeln.

 

Gute Architektur und guter Städtebau sind kein Selbstzweck. Gerade für eine gute Baukultur gilt: „Das Auge genießt mit“.

 Ein Kaffee trinkt sich eben besser auf einem schönen Platz, als mitten in einer monotonen Betonwüste.

 

Dass Fehler im Bauen besondere Auswirkungen haben, hat schon Johann Wolfgang von Goethe in „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ erkannt: „Mag man doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine“. Eine gute Qualität im Städtebau bestimmt darüber, ob sich Menschen in Ihrem Umfeld wohlfühlen.

 

Begonnen hat alles mit der Machbarkeits- und Konzeptstudie Bahnhofsumfeld vom Juni 2008. In dieser Studie wurde die Beseitigung folgender Defizite empfohlen:

 Umfassende Inwertsetzung des Bahnhofs als öffentlicher Ort

  • Anpassung der in der Länge überdimensionierten Gleisanlagen an den Bedarf (Regelbetrieb und touristische Sonderverkehre)
  • Erschließung und Revitalisierung der Brachflächen
  • Gestaltung des öffentlichen Raumes im Umfeld des Bahnhofsgebäudes
  • Maßnahmen zur gestalterischen Integration der gewerblichen Nutzungen
  • Aufwertung der Verknüpfungsanlagen für den Fahrradverkehr am Bahnhof

 

Ein wesentlicher Knackpunkt für die Entwicklung im östlichen Stadtkern war der Bereich der Bahnanlagen. Erst nach Wegfall der Gleisanlagen war eine weitere Entwicklung möglich. Zahlreiche Abstimmungen und Besprechungen mit der Deutschen Bahn AG zur Auslotung der Chancen der Flächenfreilegung, (Gleisrückbau, Gleisverkürzung, Verlegung des Bahnsteigs) gingen voraus. Wer die Bahn kennt, weiß wie schwierig das ist. Stichworte: wechselnde Zuständigkeiten, Entwidmung der Gleisanlagen, Bundeseisenbahnamt usw.

 Wir haben es geschafft!

 

Heute ist der Bahnhof Emmelshausen barrierefrei gestaltet. Die DB Netz AG investierte 9,3 Millionen Euro in die Sanierung der 15 km langen Strecke zwischen Boppard und Emmelshausen. Hinzu kamen noch ca. 500.000 Euro für den Gleisrückbau Umfahrung im Bereich des Bahnhofs Emmelshausen (2 Weichen) für touristische Sonderverkehre (Dampfloks).

 

Um die langfristige Neuordnung des 3,2 Hektar großen Areals um den Bahnhof zu bewerkstelligen, beantragte die Stadt Emmelshausen in 2009 die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm mit dem hübschen Namen „Stadtumbau West“.

 

Der Fördertopf „Stadtumbau“ hat zum Ziel, Gebiete, die von erheblichen städtebaulichen oder wirtschaftlichen Funktionsverlusten bedroht oder betroffen sind, in ihren städtebaulichen, wirtschaftlichen oder technologischen Strukturen zu stärken. Hauptziel ist die Stärkung der Innenstadtbereiche.

 

Bahnhofsviertel und Marktplatz gehören zur Innenstadt, man sieht es ihnen nur nicht an. Das soll sich ändern. Hierzu bereiten wir derzeit mit viel Engagement den Rahmen.

 

Ein Rückblick zeigt, dass bis heute schon viel geschehen ist.

  •  Rückbau der Gleise mit zwei neuen Weichen zur
      Umfahrung (Zwei-Zug-Betrieb) Sonderfahrten                                                                 500.000 Euro
  •  Barrierefreier Bahnsteig                                                                                                                320.000 Euro
  •  In der alten Halle des Güterschuppens wird zurzeit eine
     Dauerausstellung „100 Jahre Hunsrückbahn/Stadt-
    geschichte“ eingerichtet (Förderung Leader)                                                                        50.000 Euro
  •  Flächenerwerb Bahn/Privatgelände                                                                                  1.300.000 Euro
  •  Abriss von Gebäuden                                                                                                                   200.000 Euro
  •  Erschließung (Straßen)                                                                                                            1.350.000 Euro
  •  Kanal einschließlich Regenrückhaltebecken                                                                     350.000 Euro

 insgesamt ausmachend                                                                                                                    4.090.000 Euro

 

Weitere Ausgaben in Höhe von ca. 1,5 Millionen Euro stehen in den nächsten Jahren zur Ausgabe an.

 

  • Der vorgesehene Neubau eines Gebäudes mit den Funktionen „Wohnen mittendrin“ steht kurz vor dem Baubeginn. Diese Wohnanlage schafft eine attraktive Eingangssituation von der neuen Zufahrt des Kreisverkehrsplatzes. Das Quartier am Markt erhält damit auch von der Hunsrückhöhenstraße einen neuen Bezugspunkt.
  •  Ein weiterer Neubau einer Wohnanlage ist im Bereich Güterbahnhof von privaten Investoren geplant. Ausführliche Informationen erhalten Sie hierzu beim Stadtrundgang.

  

Fördergelder aus der Städtebauförderung in beträchtlicher Höhe wurden bis dato bewilligt. Andere Fördertöpfe aus dem ÖPNV und dem Leader-Programm kommen ebenfalls hinzu.

 

Das Programm „Stadtumbau“ ähnelt der klassischen Städtebauförderung; Je ein Drittel zahlen Bund, Land und Gemeinde. Die Förderdauer beträgt in der Regel 8 Jahre. Diese zeitliche Ausweitung kommt Emmelshausen sehr gelegen. Dennoch muss sich Emmelshausen in den nächsten Jahren sputen. Es bleibt noch viel zu tun!!

 

Als letzter Baustein steht die Gestaltung des Marktplatzes an. Das wird der Schwerpunkt gegen Ende 2015. Eine Umsetzung der Marktplatzgestaltung ist für 2017 fest vorgesehen.

 

Der neu zu gestaltende Marktplatz wird vielfältige Aufgaben einer Stadtmitte übernehmen. Neugierig sind wir auf Ihre Meinung zum zukünftigen Bild des Marktplatzes. Hierzu bitten wir Sie, uns einige Fragen zu beantworten.

 

Das Ergebnis dieser weiteren Bürgerbeteiligung wird als Grundlage für die ausstehende Planung und Entscheidung im Stadtrat dienen und die Ergebnisse über die Presse mitgeteilt.

 

Nach diesen Ausführungen von VG-Bauamtsleiter Jürgen Schneider unternahm man mit allen Gästen einen Rundgang durchs Städtebaufördergebiet. In vier Stationen wurden die Gebietsentwicklung, die künftige Verkehrsführung sowie die bisherigen Bauprojekte der Privatinvestoren ausführlich vorgestellt.

 

Für die musikalische Umrahmung der gelungenen Veranstaltung sorgte das Bläserensemble „Cantabile“ unter der Leitung von Toni Schicke.

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Planungsingenieur Sebastian von Bredow erläuterte die Erschließung und Verkehrsführung des neuen Areals