
Zum 75-jährigen Bestehen der Gemeinde und zur Verleihung der Stadtrechte gratuliere ich allen Bürgerinnen und Bürgern von Emmelshausen, dem Gemeinderat und dem Stadtbürgermeister, Herrn Norbert Monnerjahn.
Das Jubiläum ist für mich zunächst ein Anlass zurückzublicken. Der Name "Emmelshausen" geht auf eine westlich der Bahnhofssiedlung gelegene Fläche mit dieser Bezeichnung zurück. Die Gemeinde Emmelshausen wurde erst im Mai 1935 durch Anordnung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz gegründet. Sie entstand aus den damalig selbständigen Gemeinden Basselscheid und Liesenfeld sowie der Siedlung "Bahnhof Halsenbach".
Von Anfangsschwierigkeiten erholte sich die Gemeinde schnell. Nicht zuletzt durch den Bau der Hunsrückhöhenstraße 1938. Er bedeutete eine weitere Erschließung des Hunsrücks und stetig wachsendes Interesse an der Gemeinde "ganz vorne im Hunsrück". 1950 erhielt sie auch ein eigenes Wappen. An die ehemalige Zugehörigkeit von Basselscheid, Halsenbach und Dörth zu Kurtrier erinnert das kurtrierische Kreuz, an die Zugehörigkeit von Liesenfeld zum ehemaligen Fürstentum Simmern der pfälzische Löwe. Die drei Merkurhüte nehmen auf Handel und Gewerbe Bezug, die von 90 Prozent der Einwohner betrieben werden.
Nach 1945 wurde der Bedarf an Siedlungsflächen größer. Denn im Lauf der Zeit gewann das Wohnen in Emmelshausen immer mehr an Bedeutung. Aus der Erwerbs- und Arbeitsstätte wurde eine Wohngemeinde und ein zentraler Ort für die benachbarten Dörfer. 1970 wurde Emmelshausen im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform Verwaltungssitz der neu gegründeten Verbandsgemeinde.
Insgesamt stelle ich fest: Die Gemeinde und die Verbandsgemeinde haben mit Unterstützung des Landes viel in die Infrastruktur Emmelshausen investiert. Besonders ist der Bau des Zentrums am Park (ZAP) zu erwähnen. Diese Entscheidung ist als eine der wichtigsten für die Region der letzten Jahrzehnte zu nennen. Das ZAP ist als Veranstaltungs- und Tagungszentrum nicht mehr wegzudenken. Es hat sich als hervorragender Werbeträger der Kommune entwickelt.
Verstärkt durch den Umbau des alten Bahnhofs zur Kulturstätte ist Emmelshausen seit vielen Jahren ein Standort von hoher kultureller Bedeutung. Die einzigartige Lage zwischen Rhein und Mosel, Erbachklamm und Baybachtal, die gute Luftqualität sowie die vielen attraktiven Rad- und Wanderwege – das alles erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Bürgerinnen und Bürger von Emmelshausen dürfen zu Recht stolz auf die Entwicklung ihres Ortes sein. Wirtschaftsstark und lebensfroh präsentiert sich die Gemeinde im neuen Jahrtausend. Emmelshausen ist eine junge und lebendige Gemeinde im vorderen Hunsrück, hervorragend angebunden an Rhein und Mosel sowie an die Stadt Koblenz.
Dazu bietet die Gemeinde den Bürgerinnen und Bürgern eine lebenswerte und in besonderem Maße liebenswerte Heimat. Das starke Zusammengehörigkeitsgefühl in den vielen Vereinen und Vereinigungen war seit jeher ein Pfund, mit dem die Bürgerinnen und Bürger von Emmelshausen wuchern konnten. 2010 präsentiert sich die Gemeinde Emmelshausen als ein Standort, der auch vom freiwilligen Einsatz seiner Einwohner getragen wird. Trotz aller Herausforderung können die Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde Emmelshausen zuversichtlich in die Zukunft blicken. Wirtschaftliche Stärke, kulturelle Vielfalt und landschaftliche Schönheit bilden die Grundlagen für eine weiterhin gute Entwicklung.
Der Weg in 75 Jahren zur Stadt zeugt von einer positiven Entwicklung. Die Bedeutung von Emmelshausen für den gesamten vorderen Hunsrück ist gravierend und auf alle Fälle ein Grund, das Jubiläum gebührend zu feiern.
Ich wünsche der Gemeinde, die sich nunmehr Stadt Emmelshausen nennen darf, den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Gemeindeorganen eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung und alles Gute für eine Zukunft in Frieden und Freiheit.
Kurt Beck
Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz
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