Der Weg zur „Stadt“
Nach vergleichsweise kurzer Zeit erhält Emmelshausen in diesem Jahr die Stadtrechte. Auf der einen Seite Zeugnis einer schnellen Entwicklung – gerade einmal 75 Jahre ist die Gemeinde alt.
Doch wenn man zurückschaut auf die letzten zehn Jahre, so war die Stadtwerdung eine lange und schwierige Geburt – ähnlich wie die Gemeindegründung seinerzeit, nur unter anderen Begleitumständen.
Auch wenn der Wunsch, Stadt zu werden, bereits vom früheren Ortsbürgermeister Heinrich Becker bei seiner Festrede zum 50-jährigen Jubiläum ausgedrückt und auch von Bürgermeister Hans Günter Thielen unterstützt wurde, dauerte die Stadtwerdung einige Jahre.
Und so diskutierten die politischen Lager über Jahre, ob man den Schritt wagen solle oder nicht. Für die einen bedeutete „Stadt“ ein „Titel ohne Mittel“, die anderen sahen einen Imagegewinn für Tourismus, Wirtschaft und Kultur.
Ausgerechnet die Emmelshausener Realschüler brachten den Stein im Frühjahr 2008 ins Rollen. Rund 60 Achtklässler und ihr Initiator Studiendirektor i. R. Hubertus Lierow befragten im Rahmen eines Sozialkundeprojekts 267 Einwohner der Gemeinde. Soll Emmelshausen Stadt werden oder das größte Dorf im Rhein-Hunsrück-Kreis bleiben? Auch wenn es viele Unentschlossene gab. Im Großen und Ganzen sprachen sich mit knapp 55% doch viele Emmelshausener für die Stadt aus. Was die Befürworter als Erfolg feierten, führte zu einer Gemeinderatsentscheidung, die den weiteren Weg Emmelshausens ein für allemal entscheiden sollte.
Die Mehrheit der Ratsmitglieder machte sich das Votum der Bürgerbefragung zu Eigen und stimmte dafür, den Antrag auf Verleihung der Stadtrechte an die Landesregierung zu stellen.
Das Ziel war, passend zum 75-jährigen Jubiläum auch die Stadtwerdung feiern zu können. Am 1. September 2009 verkündete das Innenministerium in Mainz dann, Emmelshausen die Bezeichnung „Stadt“ zu verleihen. Dies soll in einer Feierstunde am 27.06.2010 im Rahmen eines offiziellen Festaktes durch den Ministerpräsidenten Kurt Beck erfolgen.
Doch Zeit, um sich auf dem neuen Titel auszuruhen bleibt Emmelshausen nicht. Nachdem die Rhein-Mosel-Straße als Hauptverkehrsader und der Kreisel herausgeputzt wurden und jeden Besucher einladend empfangen, kommt -was das Gebiet um zwischen Bahnhof und Kreisel angeht- noch einiges auf die junge Stadt zu. Hier bedarf es großen Gestaltungswillen und eines Zusammenwirkens vieler Akteure.
In 75 Jahren zur Stadt. Die jüngste Stadt Deutschlands ist Emmelshausen zwar nicht ganz, aber seine rasante und positive Entwicklung und Bedeutung für den gesamten Vorderhunsrück ist erstaunlich und auf alle Fälle ein Grund, den Geburtstag im Sommer gebührend zu feiern!
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