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1935 - 2009

Der erste Bürgermeister der neugegründeten Gemeinde Emmelshausen war der Basselscheider Josef Bach. Er hatte große Aufgaben und Anfangsschwierigkeiten zu bewältigen. Immerhin war Emmelshausen, erst wenige Tage alt, bereits mit über 70.000 Reichsmark verschuldet.

Josef Bach 

Johann Christ   

Philipp Krautkrämer

Philipp Henrich

1935 - 1946 1946 - 1946 1946 - 1952 1952 - 1960

Doch man erholte sich recht schnell davon. Nicht zuletzt der Bau der Hunsrückhöhenstraße 1938 bedeutet nämlich eine weitere Erschließung des Hunsrücks und stetig wachsendes Interesse an der Gemeinde „ganz vorne um Hunsrück“, die 1950 auch ein eigenes Wappen erhielt.

Allmählich gewann das Wohnen in Emmelshausen immer mehr an Bedeutung. Es entstanden Lebensmittelgeschäfte, Handwerker und Ärzte ließen sich nieder. Nach 1945 wurde der Bedarf nach Siedlungsflächen größer.

Einrichtungen, die den Wohn- und Freizeitwert steigern sollten,  wie beispielsweise der 1955 eingeweihte Sportplatz an der Hunsrückhöhenstraße, mussten her.

Die katholische Kirchengemeinde gründete sich 1949; es folgte der Bau der Kirche St. Hildegard. Die evangelische Kirchengemeinde bildete sich fünf Jahre später und erbaute ihre  Kirche 1956 (siehe Kirchen).

Mit dem schnellen Wachstum der Gemeinde wuchs auch der Bedarf an Kindergartenplätzen. So zog 1959 der katholische Kindergarten aus einem Raum über der ehemaligen Sakristei in einen Neubau, der Vorläufer des heutigen Pfarrheim war.

Aus der Erwerbs- und Arbeitsstätte wurde somit verstärkt eine Wohngemeinde und ein zentraler Ort für die benachbarten Dörfer. Mit der Erschließung des bis dahin größten Baugebiets Henchen I gegen Ende der 60er-Jahre gab es  viele neue Wohnbauplätze; der Bau von Hallenbad (1970) und Sporthallen (1968 und große Sporthalle 1979)  waren weitere wichtige Schritte  - nicht nur für den Schulsport, sondern auch für das Vereinsleben der Gemeinde. 

Während der Dienstleistungssektor immer wichtiger wurde, ging die Bedeutung der Landwirtschaft wegen einer starken Abnahme von landwirtschaftlichen Flächen und Betrieben mehr und mehr zurück.

Mittlerweile hatte Boppard seinen Status als zentrale Anlaufstelle für die Hunsrückdörfer längst verloren. Außer der weiterführenden Schule und einem Krankenhaus bot Emmelshausen inzwischen ähnlich viel wie die nahegelegene Stadt am Rhein. 

Ferner durch den Bau der Hunsrückhöhenstraße und den Anschluss an die A61 in den Siebzigerjahren orientierten sich die Menschen des Vorderhunsrücks verstärkt nach Emmelshausen, bei größeren Erledigungen nach Koblenz. 

Doch nicht alle waren von der rasanten Entwicklung der Gemeinde beeindruckt. Viele Liesenfelder wollten wieder eine selbstständige Gemeinde sein und so unterschrieben im Jahr 1952 96 Haushalte einen Antrag auf Ausgemeindung, welcher jedoch mehr oder weniger im Sande verlief. Nicht zuletzt wegen der Planung neuer Baugebiete, die Liesenfeld zukünftig besser mit der Ortschaft verbinden würden.

Henrich Busch 

Alfred Reuter   

Heinrich Becker

Hans Günter Thielen

1960 - 1969 1969 - 1974 1974 - 1993 1993 - 1999

Wichtige bildungspolitische Entscheidungen, die für die Entwicklung und Stellung der Kommune als zentraler Schulstandort unentbehrlich waren, wurden in den folgenden 50er und 60er-Jahren getroffen.

Nach Eröffnung einer Volksschule im Jahr 1939 wurde 1963 eine sogenannte Mittelpunktschule gebaut, die drei Jahre später um den großen Gebäudekomplex erweitert wurde. 1971 wurde diese im Zuge der Schulreformen zur Grund- und Hauptschule umstrukturiert, was einen Trägerwechsel von Orts- auf Verbandgemeinde zur Folge hatte. Seit 1972 gibt es zusätzlich die Realschule in dem seinerzeit so benannten Konrad-Adenauer-Schulzentrum. Sieben Jahre später fand die Trennung von Haupt- und Grundschule statt. Seit 2009 kann der jahrzehntelang gehegte Wunsch Vieler, an Emmelshausener Schulen das Abitur zu machen, an der neuen Integrierten Gesamtschule, in Kreisträgerschaft verwirklicht werden.

1970 wurde Emmelshausen im Zuge der Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz Verwaltungssitz der neu gegründeten Verbandsgemeinde.

Es besaß inzwischen schon längste eine zentrale Bedeutung auch für die vielen Nachbardörfer. Ob Einkäufe, Arztbesuche oder Dienstleistungen – die meisten Erledigungen konnten in Emmelshausen gemacht werden.

Vier Jahre später jedoch ein kleiner Rückschlag: Die Bahnverbindung zwischen Emmelshausen und Simmern wurde stillgelegt. Auch die Strecke nach Boppard war, nach 1965 wieder einmal, bedroht. Doch gerade für Touristen und die vielen Schüler und Berufsschüler ist die Strecke bis heute wichtig und konnte somit erhalten bleiben. 2009 feierte sie verspätet ihren 100. Geburtstag.

Außerdem wurden in den 90er Jahren das Altenheim „St. Hildegard“ gebaut und ein zweiter Kindergarten notwendig. Es fanden dringende Ausbau- und Umgestaltungsarbeiten an der Rhein-Mosel-Straße statt, anstelle der früheren Kreuzung von Rhein-Mosel-Straße und Hunsrückhöhenstraße ist heute ein Kreisel. In den darauf folgenden Jahren wurde auch die Rhein-Mosel-Straße unter – und oberhalb des Kreisels komplett umgestaltet.

Um diese herausgeputzte „Stadtmeile“ sind heute die meisten Geschäfte und Dienstleister angesiedelt.

Das neueste Mammutprojekt war die Errichtung einer Ganztagsschule und der Bau der Mensa sowie die Umstellung der Real- und Hauptschule zu einer IGS mit Oberstufe.

In einem Dreivierteljahrhundert haben Gemeinde und Verbandsgemeinde mit Unterstützung des Landes viel in die Infrastruktur Emmelshausens investiert – sei es in neue Wohngebiete, in den Straßenbau oder in inzwischen feste Institutionen wie Schulen und Kindergärten, Sport-, Kultur-, Bildungs- und Freizeitstätten oder zuletzt das Jugendzentrum im Jahr 2003.

In seiner Bauphase 1993 von Gegnern noch als „Palazzo prozzo“ verspottet, entpuppte sich vor allem der Bau des  Zentrum am Park (ZaP) durch die Ortsgemeinde als eine der wichtigsten Entscheidungen für die Region der letzten Jahrzehnte. Der Bau kostete 9,8 Millionen Mark – eine Investition von immenser Bedeutung:  Das ZaP ist als Veranstaltungs- und Tagungszentrum nicht mehr wegzudenken, hat sich als hervorragender Werbeträger der Kommune entwickelt und sich über das ganze Bundesland hinweg einen Namen gemacht.  Der Kulturkreis Region Emmelshausen e. V. ist mit 2.500 Mitgliedern der größte Kulturverein in Rheinland-Pfalz.

Verstärkt durch den Umbau des Alten Bahnhofs zur Kulturstätte ist Emmelshausen seit vielen Jahren ein Standort von hoher kultureller Bedeutung.

Nicht nur Kulturbegeisterte, auch Touristen zieht es mehr und mehr ins „Rhein-Mosel-Dreieck“.

Ob Wander- oder Radurlaub – die einzigartige Lage zwischen Rhein und Mosel, Ehrbachklamm und Baybachtal, die gute Luftqualität sowie die vielen tollen Rad- und Wanderwege erfreuen sich von immer größerer Beliebtheit.

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